Bachforelle

  • Bachforelle,(Salmo trutta forma fario)

    Die Bachforelle gehört zur Ordnung der Salmoniformes. Sie wird auch Fluss-, Berg-, Steinforelle oder Fario genannt.
    Sie sind sehr vorsichtig und suchen bei Störungen sofort Verstecke auf. Die Bachforelle ist sehr Standort treu.
    Bachforellen können ausgezeichnet sehen und gehören zu den wenigen Vertretern der lachsartigen Fische, die nachts auf Beutesuche gehen (lichtscheu).Größere Exemplare sind immer Einzelgänger und verteidigen ihr Revier sehr energisch. Bekannt ist die Fähigkeit Hindernisse zu überwinden (springen).
    Bachforellen sind äußerst empfindlich gegen Gewässerverunreinigungen. Sie benötigt zwingend sauberes und sauerstoffreiches Wasser.
    Merkmale:
    Die wichtigsten Merkmale der Bachforelle:
    • lang gestreckter und teils spindelförmiger Körper
    • wie alle Salmoniden besitzt die Forelle eine Fettflosse ohne Flossenstrahlen
    • bei Jungfischen ist die Schwanzflosse gegabelt, mit zunehmendem Alter vergradet die Hinterkante der Schwanzflosse
    • dunkler, olivgrüner Rücken, silberne bis goldene Flanken (mit roten Punkten, meist weiß oder blau umrandet)
    • weißlicher oder schmutzig gelber Bauch
    • dunkle Punktierung auf dem Rücken und der olivgrünen Rückenflosse
    • tief gespaltenes und bezahntes Maul
    • Oberkiefer reicht bis hinter die Augen
    • kleine Schuppen
    • 120-130 Schuppen entlang der Seitenlinie
    • Flossenstrahlen Rückenflosse 11-15, Afterflosse 9-14, Brustflosse 11-16, Bauchflosse 7-10
    Verwechslungsarten: Bachforellen besitzen fast immer rote Punkte an den Flanken (im Gegensatz zur Regenbogenforelle), keine weißen Vorderränder von Brust- und Bauchflosse (im Gegensatz zu Bach- und Seesaibling) und sind im Querschnitt nicht drehrund, sondern abgeflacht (im Gegensatz zum Huchen).

    Größe & Alter
    :
    Normalerweise 20-35 cm, bei einem Gewicht von 125-500 g. Maximal 80 cm und 5 kg. Unter günstigen Bedingungen werden einige Exemplare dieser Gattung bis zu 9 kg schwer.
    Die Wachstumsgrößen der Bachforelle ist sehr stark gewässerabhängig und wird vom jährlichen Temperaturverlauf und dem Nahrungsaufkommen bestimmt, in manchen Mittelgebirgsbächen werden die Fische schon mit 12 - 13 cm geschlechtsreif und erreichen kaum mehr als 25 cm Länge, in anderen Gewässern, meist Niederungsbächen werden die Fische hingegen bis zu 80cm lang und über 5kg schwer.Die Bachforelle wird ungefähr 5 bis 10 Jahre alt.

    Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen:
    Ursprünglich lebte die Bachforelle in Europa von Island bis zur Murmanküste, westlich vom Ural bis nach Afgahanistan, Iran, Libanon und im marokkanischen Atlasgebirge. Seit 1864 erfolgte eine weltweite Verbreitung, welche in Tasmanien begann, seither gibt es Bachforellen in den USA und Kanada, Argentinien und Chile, im Himalajagebiet, sowie in Süd - und Ostafrika, nur in Nord - und Zentralasien fehlt die Bachforelle. Die Heimat der Bachforelle sind die kalten (max. 20°C) und sauerstoffreichen Bäche im Gebirge. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion. Sie kommt auch in Talsperren und natürlichen Seen, besonders im Alpen- und Voralpengebiet, vor.
    Die Bachforelle liebt Gumpen, überhängende und unterspülte Ufer oder in das Wasser hängende Bäume sowie kiesigen, steinigen und sandigen Boden in kaltem, sauerstoffreichen Wasser.Die Verbreitung der Bachforelle ist stark mit der englischen Kolonialisierung verbunden. Sie bewohnt aber auch stehende Gewässer wenn sie ihr zusagen und einen Zufluss mit Laichmöglichkeiten
    besitzen. Hier sind die Abgrenzungen zur Seeforelle fließend.

    Fortpflanzung:
    Von Dezember bis März, die Bachforelle zieht zum laichen fluss- bzw. bachaufwärts in die flache Nebengewässer
    mit schnell fließenden Wasser. Die Rogner schlagen Laichgruben in den Kies, in die diese dann zwischen 150 und 2.500 gelblich bis orangenfarbene kleine Eier legen.
    Die Paarung beginnt, indem das Männchen mit der Schwanzflosse gegen die Seite des Weibchens schlägt. Dies löst einen Berührungsreiz aus, der zur Ablage der Eier führt. Die Eier fallen dann in die (vom Weibchen) vorher mit dem Schwanz ausgegrabene flache Mulde. Die Milchner besamen diese sofort und bedecken die Eier durch Schläge mit der Schwanzflosse wieder mit Kies. Nach etlichen Wochen schlüpfen die Jungfische, anfangs ernähren sich diese aus dem Dottersack.Mit 3 bis 4 Jahren werden die Jungfische dann selber geschlechtsreif.

    Nahrung:
    Die Bachforelle ernährt sich hauptsächlich von Kleintieren, wie z.B. Krebstieren, Insektenlarven und Vollinsekten. Einige Fische spezialisieren sich auch auf Fischnahrung, werden also zum Raubfisch.
    Fressen Forellen ausschließlich Bachflohkrebse, bekommt ihr Fleisch ein rotes lachsartiges Aussehen. Einige Fische zeigen ein raubfischähnliches Verhalten. Das ist nicht zwingend der Größe der Bachforellen zu zuordnen, sondern hängt stark vom Nahrungsaufkommen der entsprechenden Gewässer ab. Dabei geht die Bachforelle stark opportunistisch vor, das was mit dem geringsten Energieaufwand und in der größten Menge verfügbar ist wird gefressen.Die Bachforelle kann, wie kaum ein anderer Fisch zu Nahrungsspezialisierungen neigen, welche genereller oder saisonaler Natur sein können.

    Quelle: fischlexikon.eu

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