Kaulbarsch

  • Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua)

    Der Kaulbarsch ist eine typische Pionierart: neu entstandene Gewässer (z.B. Kiesgruben) werden sehr rasch besiedelt.
    Er ist ziemlich resistent gegen Verschmutzung, verschwindet jedoch aus Gewässern mit Faulschlammbildung am Boden.
    Merkmale:
    Die wichtigsten Merkmale des Kaulbarsches sind:
    • der Körper ist mäßig gedrungen, seitlich abgeflacht
    • er hat einen großen Kopf mit großen Augen
    • er besitzt eine kurze, stumpfe Schnauze (nicht länger als der Augendurchmesser)
    • die Mundspalte ist mäßig groß und endständig
    • die Kiemendeckel sind hinten zu einem spitzen Dorn ausgezogen
    • er besitzt mittelgroße Kammschuppen
    • die Seitenlinie ist unvollständig (endet auf dem Schwanzstiel)
    • die Rückenflosse ist ungeteilt, jedoch zwischen dem vorderen stachelstrahligen und dem hinteren gliederstrahligen Teil stark eingekerbt
    • auch die Bauch- und Afterflossen sind vorn mit einzelnen Stachelstrahlen versehen
    • der Rücken und die Flanken sind meist dunkelbraun bis oliv mit zahlreichen unregelmäßigen schwarzen Flecken versehen
    • der Bauch ist weißlich bis grünlich, auch die Rücken- und die Schwanzflosse sind dunkel
      gefleckt
    • er hat 30-40 Schuppen in der längsten Reihe
    • Flossenstrahlen: Rückenflosse XII-XVI / 11-15, Afterflosse II / 5-6, Brustflossen 13, Bauchflossen I / 5
    Verwechslungsarten: Schrätzer (G. schraetzer) und Donau-Kaulbarsch (G. acerinal) sind viel schlanker mit kleineren Schuppen, der Donau-Kaulbarsch (G. baloni) besitzt 2 Stacheln auf dem Kiemendeckel, (oft undeutliche) Querbinden und eine sehr steil nach hinten abfallende Rückenflosse. Sonnenbarsche sind meist ziemlich bunt und besitzen lange, bis zur Afterflosse reichende Brustflossen. Alle anderen europäischen Barsche haben eine deutlich zweigeteilte Rückenflosse.

    Größe & Alter:

    Die Durchschnittsgröße liegt bei 12 - 15 cm, selten größer, maximal 25 cm.Maximales Alter Ungefähr 10 Jahre.

    Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen:
    Kaulbarsche leben in großen Schwärmen am Grund langsam fließender oder stehender Gewässer.
    Sie bevorzugen sandigen Boden und kommen am häufigsten im brackigen Wasser der mündungsnahen Flussunterläufe vor. Besonders große Kaulbarsche leben in den Haffen der Ostsee.
    Nachts hält er sich in bodennahen Bereichen auf, um tagsüber schwarmweise auf Nahrungssuche zu gehen. Der Kaulbarsch ist außer in Irland, Schottland und Nordnorwegen in fast ganz Nord- und Mitteleuropa sowie in Sibirien weit verbreitet.

    Fortpflanzung:
    Die Laichzeit erstreckt sich von März bis Mai bei Wassertemperaturen von 10 - 15 ° C. Oft schließen sich die Fische zu großen Schwärmen zusammen, um gemeinsam an flachen Uferbereichen abzulaichen. Hierbei werden die ca. 0,5 -1 mm großen Eier (50.000 -100.000 Stück/Weibchen) in gallertartigen Schnüren oder Klumpen vorwiegend an Steinen abgelegt.

    Nahrung:
    Der Kaulbarsch ernährt sich vorwiegend von Zuckmückenlarven, Kugelmuscheln sowie von Fischlaich.

    Quelle:fischlexikon.eu

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